Das Grüne Bündnis Saarland hält die angekündigten Maßnahmen für nicht ausreichend. Die Verschärfungen kommen nach Ansicht des Bündnisses viel zu spät. Ministerpräsident Tobias Hans wolle damit von den Fehlern im Krisenmanagement ablenken so das Bündnis.

 „Nachdem Ministerpräsident Hans vor gut acht Wochen trotz steigender Fallzahlen Lockerungen für das Saarland bekannt gegeben hat, kommt nun die befürchtete Notbremse mit massiven Einschränkungen.", sagt Anne Lahoda (OV Halberg) und ergänzt: „Allerdings vermissen wir Maßnahmen, die an unseren Schulen Kinder, Personal und Familien hinreichend schützen. Aktuell steigen die Fallzahlen rasant. In der letzten Woche waren deutschlandweit mehr als 3500 Lehrkräfte infiziert, die Inzidenz der 5-14-Jährigen lag in Saarlouis gestern bei 1418,31. Zweimalige Tests pro Woche reichen einfach nicht mehr aus und die eingesetzten Lolli-Tests sind von schlechter Qualität." Lehrkräfte und Eltern berichteten immer wieder von einer hohen Anzahl falsch-positiver oder falsch-negativer Tests sowie von undeutlichen Testergebnissen.

Die gelockerten Quarantäneregelungen für Schulklassen seien ein Zeichen der Hilflosigkeit, so das Bündnis. „Schülerinnen, Lehrkräfte, Mitarbeiterinnen und deren Familien werden einem Risiko wie in keinem anderen Lebensbereich ausgesetzt. Offensichtlich fürchtet man mit Blick auf die Landtagswahlen unpopuläre Einschränkungen an Schulen, und riskiert damit Infektionen oder erneute Schulschließungen.", ergänzt Barbara Klein-Braun (OV Sulzbach).Das Grüne Bündnis Saarland wiederholt seine Forderung nach täglichen Tests und nach Maßnahmen, die das Risiko einer schnellen Ausbreitung über einzelne Klassen und Gruppen hinweg minimieren. Außerdem ständen die Anschaffung und der empfohlene Einsatz von Luftfiltern an vielen Schulen weiterhin aus.

„Lehrkräfte, die mehrmals am Tag die Klassen wechseln, klassengemischte Unterrichts-, Betreuungs- und AG-Angebote begünstigen eine schnelle Ausbreitung. Es ist wichtig, dass solche vergleichsweise geringen Einschränkungen für Kinder, Schüler:innen und Lehrkräfte schnell umgesetzt werden, ehe die Handlungsoptionen ausgehen und als letzter Ausweg nur erneute Schulschließungen bleiben.", erneuerte Anne Lahoda die bereits vor einer Woche vom Bündnis mitgeteilten Vorschläge und schließt sich damit der Kritik der Lehrerverbänd an.

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